Ven, 18 Maggio 2012
| biografia | |
| Renata Stavrakakis, geborene Mühlebach, kam in Tegerfelden, einem kleinen Dorf im Kanton Aargau der Schweiz, nahe der deutschen Grenze, im Jahre 1957 im September zur Welt. Der Vater, aus einer einfachen Bauernfamilie stammend, musste seine Träume von einem Studium begraben und den Hof der Familie weiterführen. Früh verlor er seine erste Frau, Adelinde Leitner, unter tragischen Umständen. Die Gastarbeiterin aus der Steiermark gehörte der ersten Einwanderergeneration der Nachkriegszeit an. Sie hinterliess ihm drei kleine Kinder, darunter die siebenmonatige Renata, die ihre Mutter nur aus den spärlichen Erzählungen der Nachbarn kennenlernte. Der Vater heiratete ein zweites Mal, wiederum eine Österreicherin, Hermine Lidl, und die Kinder wuchsen zusammen mit drei weiteren Geschwistern in der Nähe von Zürich auf, wohin die Familie nach der Hochzeit zog, um ein neues Leben anzufangen. In Dietikon trat Renata 1964 in die Grundschule ein und war soweit eine brave Schülerin. In der Oberstufe veränderte sich ihr Interessegebiet definitiv zu Gunsten der sprachlichen Fächer. Während der ganzen Schulzeit verpasste sie nie eine Gelegenheit, um Gedichte zu rezitieren oder an Theatervorführungen teilzunehmen. Gleichzeitig erwachte auch eine grosse Liebe zur Musik, sei es im Gesangunterricht, beim Blockflötenspiel oder später im Gitarreunterricht. Die Mittelschule humanistischer Ausrichtung in den Jahren 1973 bis 1977 brachte sie in Kontakt mit aufgeschlossenen Lehrpersonen. Die 68er Generation hatte den Weg vorbereitet und so kam sie in den Genuss einer freigeistigen Bildung. Sie erhielt Querflötenunterricht vom bekannten Flötisten Werner Zumsteg, der auch den Schülerinnenchor leitete und die jungen singfreudigen Mädchen mit seiner feinfühligen und differenzierten Musikalität begeistern konnte. Gerne hätte sie nach der Matura an der Schauspielschule weiterstudiert, doch ihr Vater liess das nicht zu. So wurde sie Primarlehrerin und nach Abschluss ihrer Ausbildung unterrichtete sie für kurze Zeit als Stellvertreterin auf verschiedenen Stufen, um mit dem verdienten Geld eine längere Reise zu unternehmen. Die Welt lag der jungen Frau zu Füssen… Diese Reise führt sie nach Kreta, der Wiege Europas, wo sie über zwanzig Jahre „hängenbleibt“. Die Liebe zu einem kretischen Musiker und die Faszination einer andersartigen Gesellschaft verhindern einen Vernunftsentscheid und entgegen dem Willen ihres Vaters heiratet sie im September 1979 mit 22 Jahren Giorgos Stavrakakis. Im November 1979 kommt bereits ihr erster Sohn Stavros zur Welt, im März 1983 die Tochter Dafni. 1986 eröffnet sie gemeinsam mit ihrem Mann ein Musiklokal in Heraklion, wo sie zusammen mit anderen Musikern allabendlich auftreten. Die ersten Jahre sind sehr erfolgreich, führen aber zum Bruch der Ehe. 1990 trennt sich Renata von ihrem Mann und sorgt alleine für ihre zwei Kinder. Dieser Schritt in die Unabhängigkeit führt zu einer kreativen Phase, in der viele Gedichte entstehen. In diese Zeit fällt auch die dreijährige Beziehung mit dem Maler Giannis Chalambalakis. Die Malerei und ihr Werdegang aus der minoischen Zeit heraus beeinflussen die Lebensfilosofie einer reifen Frau auf der Suche nach neuen Grundlagen. Die stark patriarchalisch geprägte, griechische Gesellschaft wird für sie beengend. Am 7. September 2000 reist die 43-jährige in die Schweiz, um ein neues Leben zu beginnen. Der Lehrerberuf gibt ihr vorerst Gelegenheit ihre pädagogischen Ambitionen auszuleben. Mit Freude schreibt und inszeniert sie mit einer motivierten Klasse ein Theater nach einem Märchen der Gebrüder Grimm und nutzt viele kulturellen Angebote der Stadt Zürich. Renata lernt den Tessiner Musiker und Cantautore im April 2002 an einem Konzert in Zürich kennen. Es entwickelt sich eine Freundschaft auf Distanz, die immer intensiver wird. Schon bald wird es eine Liebesbeziehung, die einen eigenen Weg nimmt. Neue Gedichte entstehen, die eine unstete Zeit charakterisieren, pendelnd zwischen Zürich und Bellinzona, wankend zwischen einer festen Bindung und der Unabhängigkeit. Erstmals nimmt sie auch privaten Gesangunterricht, um ihrer Stimme frischen Glanz zu verleihen, da sich mit Marco Zappa eine zuerst noch lose Zusammenarbeit anbahnt auf musikalischer Ebene. Im August 2008 zieht sie zusammen mit Marco im Tessin, in der Nähe von Bellinzona, in eine gemeinsame Wohnung. Sie lernt Italienisch und entschliesst sich, eine Weiterbildung zu absolvieren als Erwachsenenbild-nerin. Sie unterrichtet Deutsch an Privatschulen und hat dadurch die Möglichkeit, einen eigenen Stundenplan zu gestalten. Im musikalischen Bereich intensiviert sich die Zusammenarbeit mit Marco Zappa immer mehr. Auf ihrer ersten gemeinsamen CD im 2007, „Unterwegs im Leben“, sind in einigen Liedern auch Texte aus Renatas Feder. Bei ihren Auftritten in Theatern und Konzertsälen musiziert und moderiert sie zusammen mit Marco und sucht den Kontakt zum Publikum auch auf dieser Ebene. Bis anhin hatte sie nur Lieder von bekannten Namen der Musikwelt interpretiert, doch unter Marco’s Einfluss entwickelt sie einen eigenen Stil und entdeckt neue lautmalerische Möglichkeiten ihrer Stimme. Es folgen weitere CD’s wie „Ritratti“, mit der Marco Zappa seinen 60. Geburtstag feiert und Renata die Gelegenheit gibt ihr Blockflötenspiel zu vertiefen. Mit der Bearbeitung einer Reihe von bekannten und auch weniger bekannten Songs der „Four Fab“ entsteht 2010 die Doppel-CD „YesterdayBeatlesToday“: ein Wunschtraum der Beiden wird Realität. Erinnerungen aus der Teenagerzeit fliessen ein in die sehr persönlichen Versionen mit akustischen Arrangements und zeigen die Passion der Beiden für Musik im Allgemeinen, aber auch die Faszination dieser revoltierenden Phase der Musikgeschichte, die in uns allen grosse Spuren hinterlassen hat, kommt zum Ausdruck. In zahlreichen Konzerten in der Schweiz und im Ausland verfeinert sich ihr professioneller Auftritt immer weiter und spornt sie an zu intensiverem Studium der Gitarrebegleitung unter Anleitung von Marco, der mit seiner Musikalität ihren Stil prägt. Die Zusammenarbeit der beiden Künstler gestaltet sich nicht immer einfach, trägt aber Früchte, die zu beidseitiger Zufriedenheit führen und sie in ihrer Kreativität ermutigen. Mit gemeinsamen Konzerten als Duo und auch mit anderen Musikern in grösseren Formationen, schafft sie sich einen Namen in der Musikszene. Der Frühling 2011 ist geprägt von der Arbeit am Projekt „AlTempAlPassa“, iniziiert von Marco, das sich nicht nur musikalisch, sondern auch literarisch in diversen Dialekten der italienischen Sprache, mit Themen der langsam aus der Berufswelt des modernen Europas verschwindenen Bereichen befasst. Im Mittelpunkt steht der Kanton Tessin, der Süden der Schweiz, der sich in den letzten Jahren rasant verändert hat und Gefahr läuft, seine eigene Geschichte zu vergessen auf der schwierigen Suche nach einer neuen Identität, eingeklemmt zwischen Italien und der Deutschschweiz, in einer sich immer mehr globalisierenden Welt… . Inspiriert von dem Leitgedanken, „die Zeit vergeht ohne unser Zutun“, schreibt und intoniert sie das Lied „NonFarmiFretta“, ihrem Lebenspartner gewidmet, der die musikalische Begleitung beisteuert. Der Titel bedeutet soviel wie, hab keine Eile, lass die Zeit für uns arbeiten, gib uns Zeit und Raum, die wir brauchen, um in menschlichen Dimensionen unser Leben zu entwickeln, nicht fremdbestimmt, aber aus eigenem Antrieb Ideen zu verwirklichen. Die heute 54-jährige hat dies zu ihrer Lebensfilosofie gemacht, begleitet von der Überzeugung, dass wir aus uns selber einen Reichtum schöpfen können, wenn wir es nur zulassen. |
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